Dekompressionskrankheit behandeln mit hyperbarer Sauerstofftherapie (HBO)

Die Dekompressionskrankheit ist eine durch Druckveränderungen ausgelöste Erkrankung, die vor allem beim Tauchen auftreten kann. Dabei entstehen im Körper Gasblasen, die zu Beschwerden in Gelenken, Gewebe und Organen führen können.

Da diese Gasblasen die Durchblutung und Sauerstoffversorgung beeinträchtigen, kann es zu teilweise schweren gesundheitlichen Folgen kommen. Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) stellt eine zentrale und etablierte Behandlungsmethode dar, um die Gasblasen gezielt zu reduzieren und die Sauerstoffversorgung des Körpers wiederherzustellen.

Häufige Fragen zur Dekompressionskrankheit

Die Dekompressionskrankheit (auch „Taucherkrankheit“ genannt) entsteht, wenn sich im Körper gelöste Gase – insbesondere Stickstoff – durch einen schnellen Druckabfall in Form von Blasen bilden.

Diese Gasblasen können:

  • Blutgefäße blockieren
  • Gewebe schädigen
  • Entzündungsreaktionen auslösen

Typische Symptome sind:

  • Gelenk- und Muskelschmerzen („Bends“)
  • Hautveränderungen (Marmorierung, Juckreiz)
  • neurologische Beschwerden (Kribbeln, Lähmungen)
  • Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
  • Atembeschwerden („Chokes“)

Die Ausprägung kann von milden Beschwerden bis hin zu lebensbedrohlichen Verläufen reichen.

Während eines Tauchgangs löst sich unter erhöhtem Umgebungsdruck Stickstoff im Gewebe. Beim zu schnellen Auftauchen kann dieser nicht ausreichend abgeatmet werden und bildet Gasblasen.

Risikofaktoren sind:

  • zu schnelles Auftauchen
  • fehlende oder verkürzte Dekompressionsstopps
  • wiederholte Tauchgänge in kurzer Zeit
  • Dehydrierung
  • individuelle körperliche Faktoren

Auch nach Flugreisen oder Höhenaufenthalten kann in seltenen Fällen ein ähnlicher Mechanismus auftreten.

Die hyperbare Sauerstofftherapie ist die Standardbehandlung bei Dekompressionskrankheit. Dabei wird in einer Druckkammer reiner Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck eingeatmet.

Durch die HBO werden mehrere entscheidende Effekte erzielt:

  • Verkleinerung der Gasblasen durch erhöhten Umgebungsdruck
  • Beschleunigter Abtransport von Stickstoff aus dem Gewebe
  • Verbesserte Sauerstoffversorgung auch in schlecht durchbluteten Bereichen
  • Reduktion von Entzündungsreaktionen
  • Stabilisierung von Gewebe und Organfunktion

Dadurch kann die HBO nicht nur Symptome lindern, sondern auch das Risiko von bleibenden Schäden deutlich reduzieren.

Die hyperbare Sauerstofftherapie sollte möglichst früh begonnen werden. Sie ist insbesondere sinnvoll bei:

  • Beschwerden nach einem Tauchgang
  • neurologischen Symptomen
  • Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen
  • Atemproblemen
  • Verdacht auf eine Dekompressionskrankheit

Auch bei zunächst milden Symptomen kann eine Abklärung sinnvoll sein, da sich Beschwerden verzögert verschlechtern können.

Ziele der Behandlung

Die Behandlung zielt darauf ab, die Ursache der Beschwerden direkt zu behandeln und die physiologischen Prozesse im Körper zu normalisieren.

Mögliche Ziele:

  • Rückbildung der Gasblasen
  • Wiederherstellung der Durchblutung
  • Verbesserung der Sauerstoffversorgung
  • Vermeidung von Spätfolgen
  • Stabilisierung des Gesundheitszustands

Ablauf der Behandlung

Die Behandlung erfolgt in einer Druckkammer unter medizinischer Betreuung und folgt standardisierten Protokollen.

Typischer Ablauf

  1. Schnelle ärztliche Einschätzung und Diagnose
  2. Einleitung der HBO-Therapie
  3. Durchführung einer oder mehrerer Sitzungen
  4. Regelmäßige Verlaufskontrolle

Eine Sitzung dauert in der Regel zwischen 90 und 180 Minuten.

Weitere Informationen

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