Osteoradionekrose behandeln mit hyperbarer Sauerstofftherapie (HBO)

Die Osteoradionekrose ist eine mögliche Spätfolge nach einer Strahlentherapie, bei der es zu einer Schädigung und zum Absterben von Knochengewebe kommt. Besonders häufig ist der Kiefer betroffen, da dieser Bereich empfindlich auf Veränderungen der Durchblutung reagiert.

Die Erkrankung kann sich erst Monate oder Jahre nach der Bestrahlung entwickeln und ist häufig mit Schmerzen und eingeschränkter Heilungsfähigkeit verbunden. Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) kann als ergänzende Behandlung dazu beitragen, die Regeneration des geschädigten Gewebes zu unterstützen.

Häufige Fragen zur Osteoradionekrose

Bei der Osteoradionekrose handelt es sich um eine Schädigung des Knochengewebes infolge einer Bestrahlung. Durch die Strahlentherapie werden auch gesunde Gefäße und Gewebestrukturen beeinträchtigt, was langfristig zu einer verminderten Durchblutung und Sauerstoffversorgung führen kann.

Typische Merkmale sind:

  • Schmerzen im betroffenen Knochenbereich
  • freiliegender Knochen, insbesondere im Kiefer
  • verzögerte oder ausbleibende Heilung
  • Entzündungen oder Infektionen
  • eingeschränkte Funktion, z. B. beim Kauen

Strahlengeschädigtes Knochengewebe ist häufig durch eine stark reduzierte Gefäßstruktur und eine eingeschränkte Sauerstoffversorgung gekennzeichnet. Dadurch sind wichtige Heilungsprozesse erheblich beeinträchtigt.

Mögliche Ursachen:

  • Schädigung der Blutgefäße im Knochen
  • verminderte Sauerstoffversorgung
  • eingeschränkte Regenerationsfähigkeit des Gewebes
  • erhöhte Anfälligkeit für Infektionen

Bei der HBO wird reiner Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck eingeatmet. Dadurch kann deutlich mehr Sauerstoff im Blut gelöst und gezielt in das geschädigte Knochengewebe transportiert werden.

Dies kann folgende Effekte unterstützen:

  • Verbesserung der Sauerstoffversorgung im Knochen
  • Förderung der Neubildung von Blutgefäßen
  • Unterstützung der Knochenregeneration
  • Reduktion von Entzündungen
  • Stabilisierung des Gewebes

Die Therapie wird in der Regel ergänzend zu chirurgischen oder konservativen Maßnahmen eingesetzt.

Die hyperbare Sauerstofftherapie kann insbesondere dann in Betracht gezogen werden, wenn:

  • die Heilung von Knochengewebe gestört ist
  • freiliegender Knochen besteht
  • Schmerzen oder Entzündungen auftreten
  • operative Eingriffe geplant sind oder bereits erfolgt sind
  • Standardtherapien nicht ausreichend wirken

Eine individuelle ärztliche Einschätzung ist Voraussetzung für die Behandlung.

Ziele der Behandlung

Die hyperbare Sauerstofftherapie zielt darauf ab, die Regeneration des geschädigten Knochengewebes zu fördern und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Heilung zu verbessern.

Mögliche Ziele:

  • Förderung der Durchblutung im Knochen
  • Unterstützung der Geweberegeneration
  • Reduktion von Entzündungen und Infektionen
  • Stabilisierung des betroffenen Bereichs
  • Verbesserung der Lebensqualität

Ablauf der Behandlung

Die Behandlung erfolgt in einer Druckkammer unter medizinischer Betreuung. Während der Sitzung atmen Sie reinen Sauerstoff unter erhöhtem Druck ein.

Typischer Ablauf

  1. Ärztliche Untersuchung und Einschätzung
  2. Individuelle Therapieplanung
  3. Durchführung mehrerer Sitzungen
  4. Regelmäßige Kontrolle des Verlaufs

Eine Sitzung dauert in der Regel zwischen 90 und 180 Minuten.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu Strahlenschäden finden Sie hier.