Strahlenzystitis behandeln mit hyperbarer Sauerstofftherapie (HBO)

Die Strahlenzystitis ist eine mögliche Spätfolge nach einer Strahlentherapie im Beckenbereich, beispielsweise bei der Behandlung von Prostata-, Blasen- oder gynäkologischen Tumoren. Dabei kommt es zu entzündlichen Veränderungen der Blasenschleimhaut.

Die Beschwerden können zeitversetzt auftreten und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) kann als ergänzende Behandlung dazu beitragen, die Regeneration des geschädigten Gewebes zu unterstützen und die Beschwerden zu lindern.

Häufige Fragen zur Strahlenproktitis

Bei der Strahlenzystitis handelt es sich um eine Schädigung der Blasenschleimhaut infolge einer Bestrahlung. Dabei werden nicht nur Tumorzellen, sondern auch gesunde Gewebestrukturen und Blutgefäße beeinträchtigt.

Typische Beschwerden sind:

  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
  • häufiger Harndrang
  • Blut im Urin
  • Reizungen der Blasenschleimhaut
  • wiederkehrende Entzündungen

Die Erkrankung kann akut oder als chronische Form auftreten.

Strahlengeschädigtes Gewebe ist häufig durch eine eingeschränkte Durchblutung und eine reduzierte Sauerstoffversorgung gekennzeichnet. Gleichzeitig sind wichtige Heilungsprozesse gestört.

Mögliche Ursachen:

  • Schädigung der feinen Blutgefäße
  • verminderte Sauerstoffversorgung der Schleimhaut
  • chronische Entzündungsprozesse
  • eingeschränkte Regenerationsfähigkeit des Gewebes

Bei der HBO wird reiner Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck eingeatmet. Dadurch kann deutlich mehr Sauerstoff im Blut gelöst und gezielt in das geschädigte Gewebe transportiert werden.

Dies kann folgende Effekte unterstützen:

  • Verbesserung der Sauerstoffversorgung der Darmschleimhaut
  • Förderung der Neubildung von Blutgefäßen
  • Unterstützung der Regeneration des Gewebes
  • Reduktion von Entzündungen
  • Stabilisierung der Schleimhaut

Die Therapie wird in der Regel ergänzend zu bestehenden Behandlungsmaßnahmen eingesetzt.

Die hyperbare Sauerstofftherapie kann insbesondere dann in Betracht gezogen werden, wenn:

  • Beschwerden über längere Zeit bestehen
  • Blutungen oder Reizungen auftreten
  • Standardtherapien nicht ausreichend wirken
  • wiederkehrende Entzündungen auftreten
  • die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist

Eine individuelle ärztliche Einschätzung ist Voraussetzung für die Behandlung.

Ziele der Behandlung

Die hyperbare Sauerstofftherapie zielt darauf ab, die Regeneration des geschädigten Gewebes zu fördern und die Beschwerden nachhaltig zu verbessern.

Mögliche Ziele:

  • Reduktion von Entzündungen und Blutungen
  • Verbesserung der Schleimhautregeneration
  • Stabilisierung des Gewebes
  • Linderung von Beschwerden
  • Verbesserung der Lebensqualität

Ablauf der Behandlung

Die Behandlung erfolgt in einer Druckkammer unter medizinischer Betreuung. Während der Sitzung atmen Sie reinen Sauerstoff unter erhöhtem Druck ein.

Typischer Ablauf

  1. Ärztliche Untersuchung und Einschätzung
  2. Individuelle Therapieplanung
  3. Durchführung mehrerer Sitzungen
  4. Regelmäßige Kontrolle des Verlaufs

Eine Sitzung dauert in der Regel zwischen 90 und 180 Minuten.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu Strahlenschäden finden Sie hier.