Strahlenproktitis behandeln mit hyperbarer Sauerstofftherapie (HBO)

Die Strahlenproktitis ist eine mögliche Spätfolge nach einer Strahlentherapie im Beckenbereich, beispielsweise bei der Behandlung von Prostata-, Darm- oder gynäkologischen Tumoren. Dabei kommt es zu entzündlichen Veränderungen der Schleimhaut im Enddarm.

Die Beschwerden können Monate oder sogar Jahre nach der Bestrahlung auftreten und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) kann als ergänzende Behandlung dazu beitragen, die Regeneration des geschädigten Gewebes zu unterstützen.

Häufige Fragen zur Strahlenproktitis

Bei der Strahlenproktitis handelt es sich um eine entzündliche Schädigung der Darmschleimhaut infolge einer Bestrahlung. Durch die Strahlentherapie kann es zu dauerhaften Veränderungen der Gefäße und des Gewebes kommen.

Typische Beschwerden sind:

  • Schmerzen im Enddarmbereich
  • Blutungen
  • Durchfall oder Stuhldrang
  • Schleimabgang
  • Reizungen und Entzündungen der Schleimhaut

Die Erkrankung kann akut oder als chronische Form auftreten.

Strahlengeschädigtes Gewebe weist häufig eine eingeschränkte Durchblutung und eine reduzierte Sauerstoffversorgung auf. Gleichzeitig sind die Regenerationsprozesse gestört.

Mögliche Ursachen:

  • Schädigung der kleinen Blutgefäße
  • verminderte Sauerstoffversorgung des Gewebes
  • chronische Entzündungsprozesse
  • eingeschränkte Heilungsfähigkeit der Schleimhaut

Bei der HBO wird reiner Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck eingeatmet. Dadurch kann deutlich mehr Sauerstoff im Blut gelöst und gezielt in das geschädigte Gewebe transportiert werden.

Dies kann folgende Effekte unterstützen:

  • Verbesserung der Sauerstoffversorgung der Darmschleimhaut
  • Förderung der Neubildung von Blutgefäßen
  • Unterstützung der Regeneration des Gewebes
  • Reduktion von Entzündungen
  • Stabilisierung der Schleimhaut

Die Therapie wird in der Regel ergänzend zu bestehenden Behandlungsmaßnahmen eingesetzt.

Die hyperbare Sauerstofftherapie kann insbesondere dann in Betracht gezogen werden, wenn:

  • Beschwerden über längere Zeit bestehen
  • Blutungen oder Entzündungen auftreten
  • Standardtherapien nicht ausreichend wirken
  • die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist

Eine individuelle ärztliche Einschätzung ist Voraussetzung für die Behandlung.

Ziele der Behandlung

Die hyperbare Sauerstofftherapie zielt darauf ab, die Regeneration des geschädigten Gewebes zu fördern und Beschwerden nachhaltig zu lindern.

Mögliche Ziele:

  • Reduktion von Entzündungen und Blutungen
  • Verbesserung der Schleimhautregeneration
  • Stabilisierung des Gewebes
  • Linderung von Beschwerden
  • Verbesserung der Lebensqualität

Ablauf der Behandlung

Die Behandlung erfolgt in einer Druckkammer unter medizinischer Betreuung. Während der Sitzung atmen Sie reinen Sauerstoff unter erhöhtem Druck ein.

Typischer Ablauf

  1. Ärztliche Untersuchung und Einschätzung
  2. Individuelle Therapieplanung
  3. Durchführung mehrerer Sitzungen
  4. Regelmäßige Kontrolle des Verlaufs

Eine Sitzung dauert in der Regel zwischen 90 und 180 Minuten.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu Strahlenschäden finden Sie hier.